
Einer der interessantesten modernen Pulverstähle ist Maxamet, erfunden von der Carpenter Corporation. Er wurde in den 2000er Jahren als Schnellarbeitsstahl für die Herstellung von Werkzeugen (Fräser, Walzen, Gewindebohrer usw.) und die Bearbeitung von ultrastrengen Materialien mit einer Härte von etwa 70 HRC produziert. Maxamet besitzt Eigenschaften, die gewöhnlichen Schnellarbeitsstählen überlegen sind und ähnelt in seinen Eigenschaften Hartmetall aus Wolframkarbid. Er wurde ab 2014 in der Messerindustrie verwendet, hat sich jedoch aufgrund der hohen Kosten und der komplexen Herstellung noch nicht weit verbreitet und ist recht selten.

Die chemische Zusammensetzung des Stahls umfasst 2,15 % Kohlenstoff, 4,75 % Chrom, 0,3 % Mangan, 0,25 % Silizium, 13 % Wolfram, 6 % Vanadium und 6 % Kobalt. Kohlenstoff ist verantwortlich für Härte, Verschleißfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit des Stahls, aber eine so hohe Menge verringert die Bruchfestigkeit. Chrom schützt vor Rost, doch ist in dieser Stahlzusammensetzung zu wenig davon enthalten, um ihn rostfrei zu machen. Eine Schlüsselrolle in der Zusammensetzung von Maxamet spielt Vanadium; eine recht große Menge davon maximiert Verschleißfestigkeit und Zähigkeit. Und ein hoher Anteil an Wolfram und Kobalt, die Härte und Hitzebeständigkeit erhöhen, klassifiziert ihn als Schnellarbeitsstahl. Werkzeuge aus diesem Stahl können bei hohen Geschwindigkeiten und Temperaturen bis zu 600 Grad arbeiten.

Nach seinen Haupteigenschaften gehört Maxamet zu den härtesten und verschleißfestesten Stählen. Seine besten Arbeitseigenschaften zeigt er bei 67-68 HRC. Tatsächlich kann dieser Stahl seine Funktionen bei den maximalen Härtewerten für Messer erfüllen. Er hat nur wenige Konkurrenten in dieser Nische und ist eine der fortschrittlichsten und technisch ausgereiftesten Lösungen der modernen Metallurgie.
Die Verschleißfestigkeit von Maxamet wird sowohl durch die Wolframlegierung erreicht, die für „Schnellarbeitsstahl“ typisch ist, als auch durch die Carpenter-Micro-Melt-Technologie zur Herstellung von Pulverstahl. Es ist die Pulverumwandlungstechnologie, die es erlaubt, Vanadium in sehr bedeutenden Mengen zu legieren und gleichzeitig mehr als 2 % Kohlenstoff zu erhalten. Dank der Pulvertechnologie erhält der Stahl eine fein verteilte Karbidstruktur mit maximal gleichmäßiger Verteilung in der Grundmasse.

Wie jeder andere Stahl hat auch Maxamet einige Nachteile. Zunächst eine relativ geringe Korrosionsbeständigkeit. Die geringe Menge an Chrom lässt vermuten, dass der Stahl wie jeder Kohlenstoffstahl rostet. Seine einzigartige Zusammensetzung mit viel Vanadium, Kohlenstoff und Wolfram wirkt sich jedoch positiv auf die Haltbarkeit aus. In feuchter Umgebung bildet sich aktiv eine Vielzahl von Oberflächenflecken und kleinen Roststellen. Mit minimaler Pflege verwandelt sich dieser Prozess jedoch nicht in offensichtlichen Rost, und in der Praxis ähnelt Maxamet in Bezug auf Korrosionsbeständigkeit einem gut wärmebehandelten D2-Stahl. Der zweite Nachteil ist die geringe Festigkeit dieser Legierung bei seitlichen Belastungen. Wie jeder superharte Stahl ist Maxamet nicht für Schlagarbeiten auf harten Materialien (Knochen schneiden, Holz spalten, „Batonieren“ usw.) geeignet. Insgesamt ist seine Sprödigkeit dank der Herstellungstechnologie und der herausragenden Zusammensetzung jedoch nicht kritisch. Die Klinge hält ausreichend hohe Belastungen auf festen und abrasiven Materialien aus, kann Kupferdrähte, Hanfseile und verschiedene Kunststoffe problemlos schneiden. Bei starker Beanspruchung kann die Schneide mit Mikrosprüngen übersät sein, schneidet aber lange Zeit weiter, ohne an Schneidkraft zu verlieren.

Die nächsten Konkurrenten von Maxamet sind heute die „Superstähle“ des Crucible-Konzerns und der österreichisch-schwedischen Firma Böhler: S110V, S125V, M398, Rex 45, Rex 121 usw. In ihren Arbeitseigenschaften liegen all diese Stähle ungefähr auf gleichem Niveau und nähern sich der Grenze der Möglichkeiten moderner Pulverwerkzeugstähle. Gleichzeitig ist das Hauptmerkmal, das sie alle eint, ihre geringe Verbreitung in der heutigen Messerindustrie. Bis heute werden sie nur in begrenzten Serien (Sonderläufen) der weltweit größten Marken oder in Kleinserien von individuellen Handwerkern verwendet. Daher ist es noch nicht möglich, eine klare Überlegenheit oder offensichtliche Nachteile von Maxamet im Vergleich zu den Konkurrenten bei Massenprodukten festzustellen.
Das Schärfen dieses „Schnellarbeitsstahls“ erfordert geeignete Schleifmittel. Aluminiumoxid-Schleifsteine, die bei Stählen unter 62 HRC hervorragend funktionieren, sind für das Schärfen von Maxamet nicht geeignet. Sie haben eine geringe Körnungshärte, und das Abtragen von Metall ist äußerst langsam, da das Schleifmittel auf dem Stahl gleitet. Schleifsteine auf Siliziumkarbid-Basis können diesen harten Stahl zwar schärfen, doch ist das Schärfen langsam und erfordert viel Kraft. Außerdem muss man die gewisse „Rauheit“ der Arbeit mit Siliziumkarbidsteinen beachten, ihre Neigung, besonders im Feinschliff sichtbare Schleifspuren zu hinterlassen, sowie Mikrosprünge an der Schneide bei kleinem Schleifwinkel. Die beste Wahl sind in diesem Fall Diamantstäbe, vor allem mit organischem Bindemittel und dem verbesserten OSB-Bindemittel vom Venev-Diamantwerk. Sie arbeiten schnell, aber zugleich schonend, ohne den Stahl beim Schärfen zu verfärben. Zum Abschluss kann man mit Diamantpaste auf einem Holzblock desselben Herstellers nacharbeiten, wodurch eine spiegelglatte Schneide entsteht.