
PGK-Stahl ist einer der neuen gewalzten Monostähle, der sich bei der Herstellung von Messern als ausgezeichnet erwiesen hat. Der Stahl hat eine sehr interessante Zusammensetzung, die fast ideal für Klingen ist, die für harte Arbeit, Wandern, Überleben und Jagd ausgelegt sind.

PGK wird von der deutschen Stahlfirma Lohmann hergestellt, einer der ältesten Stahlfabriken Europas. Sie wurde 1790 in Witten gegründet und produziert seitdem eine Vielzahl von Stahlprodukten für viele Branchen. Die deutschen Metallurgen begannen mit Tiegelstählen und wechselten zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Herstellung von Werkzeug- und Schnellarbeitsstählen.

Heutzutage verwendet das Unternehmen Elektroschlackeumschmelzung und Vakuumentgasung. Induktionsschmelzöfen spielen die Hauptrolle bei der Herstellung von hochwertigen Stählen. Dank ihres Einsatzes im Metallproduktionsprozess werden Verdampfung und Schlackenbildung reduziert. Eine sehr wichtige Rolle in der Produktion spielt die gezielte Zugabe von Ferrolegierungen, die nach computergestützter spektroskopischer Analyse dem Metall beigemischt werden. Die Vakuum-Sauerstoff-Entkohlung in einer speziellen Anlage ermöglicht es, dem Stahl die gewünschten Eigenschaften zu verleihen. Diese Methoden helfen, PGK-Stähle von gleichbleibend hoher Qualität herzustellen. Die Leistungsmerkmale von PGK nähern sich denen von Pulverstählen wie CPM 3V und CTS-PD1 an und übertreffen den Hauptkonkurrenten, den D2-Stahl.

Die Zusammensetzung des PGK-Stahls zeichnet sich durch eine große Anzahl von Legierungselementen aus, deren Hauptzweck es ist, die Verschleißfestigkeit zu erhöhen.
Die Stahlzusammensetzung umfasst: Kohlenstoff (C) - 1,15 %, Chrom (Cr) - 8,5 %, Vanadium (V) - 1,95 %, Wolfram (W) - 1,55 %, Molybdän (Mo) - 1,5 %, Silizium (Si) - 0,9 %, Mangan (Mn) - 0,4 %. Der Kohlenstoffgehalt von 1,15 % ermöglicht es, die Härte des Stahls auf 62-63 HRC zu bringen, ohne Duktilität und Zähigkeit zu verlieren. Der Chromgehalt in der Legierung beträgt 8,5 %, was nicht ausreicht, um den Stahl als rostfrei zu bezeichnen, da dafür mindestens 13 % nötig sind. Aber das Hauptmerkmal dieses Stahls aus der Lohmann-Gruppe ist die Legierung mit Elementen wie Molybdän, Vanadium und Wolfram.

Mehr als 1,5 % Wolfram verleihen dem Stahl zusätzliche Festigkeit. Molybdän sorgt dafür, dass die Klinge nicht spröde wird, und verleiht ihr die nötige Steifigkeit, auch bei Arbeiten „am Bruch“, also beim Arbeiten mit Holz. Der Molybdängehalt beträgt 1,5 %, was ein hervorragendes Ergebnis für gewalzten Stahl ist. Das größte Interesse an dieser Legierung gilt jedoch dem Vanadiumgehalt, der die Verschleißfestigkeit deutlich beeinflusst. Hier liegt er bei 1,95 %, was deutlich höher ist als bei Stählen wie D2, die nur 0,90 % enthalten. Es ist die Kombination aus hohem Kohlenstoff-, Vanadium-, Molybdän- und Wolframgehalt, die den Stahl zu einer langanhaltenden Schneidfähigkeit befähigt, auch bei stark abrasiven Materialien. PGK wird üblicherweise auf 62-63 HRC gehärtet, aber die Klinge wird nicht spröde, wie es bei anderen Monostählen oft der Fall ist.

Es besteht die weit verbreitete Ansicht, dass PGK den pulvermetallurgischen Schnellarbeitsstählen überlegen ist, die ebenfalls häufig in Schwerlastmessern verwendet werden. Zum Beispiel ein Stahl wie CPM 3V von Crucible, der 2,75 % Vanadium enthält. Man sollte jedoch bedenken, dass dieses „Pulver“ von den meisten Herstellern auf eine Härte von nicht mehr als 60 HRC abgestimmt wird und daher natürlich gegen PGK-Stahl mit einer Härte von 63 HRC verlieren kann. Bei vergleichbarer Härte zeigt der pulververedelte Stahl jedoch ebenso gute Eigenschaften.

PGK wird auch oft mit dem Carpenter CTS-PD1 Pulverstahl verglichen. Es handelt sich um einen Micro-Melt-Stahl mit 2,35 % Vanadium und 1,1 % Kohlenstoff. Er ist für Werkzeuge mit hoher Beanspruchung, auch Schlagwerkzeuge, ausgelegt und eignet sich hervorragend für Wander- und Überlebensmesser. In diesem Fall sind die Vergleiche jedoch oft spekulativ und unbelegt. Das liegt an der äußerst geringen Anzahl von Messern, die aus PD1 hergestellt werden. Er ist recht teuer und schwierig zu bearbeiten. Ein Vergleich mit PGK, das in letzter Zeit große Beliebtheit erlangt hat, ist daher nicht korrekt. Der Stahl von Lohmann ist jedoch ein ausgezeichnetes Material für die Herstellung starker und zuverlässiger Messer, die vielen Konkurrenten weit überlegen sind und eine würdige Alternative zum Hauptakteur in diesem Bereich – dem D2-Stahl – darstellen.