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How To Remove The Burr

Wie man den Grat entfernt

Eines der Hauptprobleme, die beim Schärfen von Messern auftreten können, ist das Entfernen eines hartnäckigen Gratens. Ein Graten bildet sich bei jedem Schärfvorgang als natürliche Folge des Metallabtrags durch einen Schleifprozess, durch plastische Verformung und Herausziehen des Metalls an die Schneide. Strukturell handelt es sich um eine erhabene Kante aus Stahlmaterial, die sich nicht von der bearbeiteten Oberfläche gelöst hat. Beim Schärfen mit mehreren Steinen und einer sukzessiven Verringerung der Körnung löst sich der Graten von der Schneide und erzeugt die ursprünglich gewünschte Qualität des Messers – Schärfe. Bei hoher Duktilität des Stahls aufgrund seiner ursprünglichen Eigenschaften oder Unregelmäßigkeiten in der Wärmebehandlung wird der Graten jedoch sehr widerstandsfähig. Je höher die Härte des Schleifkorns und je niedriger die Härte des Stahls, desto mehr Graten bildet sich. Relativ weiche Schleifsteine, z. B. aus Siliziumkarbid, arbeiten bei weichem Stahl viel effektiver als Diamantsteine mit extrem harter Körnung, da sie eine große Menge Schleifschlamm bilden.

Wenn sich ein stabiler Graten bildet, bildet das Metall dünne Plättchen unterschiedlicher Größe und Form, die unter dem Mikroskop auf der Oberfläche der Schneide deutlich sichtbar sind. Sie ähneln einer Folie, die in verschiedenen Winkeln „hängt“ und sich oft zu Spiralen verdreht. Da der Graten selbst eine sehr dünne Struktur hat, kann er am Messer wie eine aggressive Mikrosäge wirken. Kommt er mit weichem Material in Kontakt, kann er dieses selbständig schneiden, und das Messer zeigt sogar eine gewisse „Schärfeaggressivität“ und wirkt scharf. Bei Kontakt mit hartem Material knittert der Graten jedoch zu einem dickeren Klumpen zusammen und das Messer schneidet nicht mehr. Alternativ kann er einfach von der Schneide abfallen und an seiner Stelle bleibt eine ungeschärfte Fläche ohne Schneideigenschaften zurück. So verliert ein scheinbar geschärftes Messer schnell seine Schärfe. Das Entfernen eines stabilen Gratens ist die Hauptaufgabe beim Messerschärfen, und Methoden zu dessen Beseitigung sollten in jedem Handbuch für Schleifer stehen.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, einen Graten zu entfernen:

1. Das klassische Nachbearbeiten der Klinge nach dem Grundschärfen durch Bewegung von der Schneide zum Rücken. Es wird mit einem Abziehstein durchgeführt, z. B. einem Aluminiumoxidstein mit 1200er Körnung oder Diamant- (oder CBN-) Steinen mit 7/5 oder 5/3 Körnung. Durch die mehrfachen Bewegungen mit ständigem Seitenwechsel löst sich der Graten von der Schneide. Beim Nachbearbeiten sollte nur minimaler Schleifdruck auf die Schneide ausgeübt werden, und die letzten Bewegungen sollten ganz ohne Druck erfolgen. Diese Methode ist wirksam bei eher „trockenen“ und harten Stählen (über 60 HRC). Aber selbst bei solchen Stählen empfehlen erfahrene Schleifer, einige „Test“-Bewegungen auf Leder zu machen. Diese sind notwendig, um den restlichen, kleinsten und fast nicht wahrnehmbaren Graten zu entfernen. Zum Zweck werden meist Abziehbretter mit dickem, dichtem Leder (meist Rindsleder) verwendet. Es ist sehr wichtig, dass das Leder auf einer festen Unterlage liegt und sich nicht biegt. Die Bewegung mit der Klinge ähnelt den Nachbearbeitungsbewegungen und erfolgt mit minimalem Druck.

2. Die zweite Methode eignet sich zum Entgraten von Messern aus weichen Stählen oder harten, aber duktilen Stählen (z. B. geschmiedete Pulverstähle). Dabei wird der Graten mit weichen und ausreichend abrasiven Materialien gelockert und entfernt. Wenn der Messerstahl deutlich zum Grat neigt, sollte das Entgraten früh im Schärfprozess begonnen werden. Nach dem Grobschliff der Schneide wird ein Holzklotz aus ausreichend hartem Holz verwendet. Für denselben Zweck können auch Jute- oder Hanfseil, Filz, Pappe oder Weinkorken verwendet werden. Diese Entgratmethode zeigt eine recht hohe Wirksamkeit beim Hauptschärfen, ist aber bei den Feinarbeiten nicht wirksam, weshalb man wieder zum Abziehbrett der ersten Methode wechseln muss.

3. Eine wirksame Methode, um einen Graten loszuwerden, ist das Anlegen eines Mikrofasens, also das Anbringen einer zusätzlichen Fase mit einem größeren Winkel an der bereits in einem bestimmten Winkel geschliffenen Schneide. Meist wird ein Mikrofasenwinkel von 40 Grad (20 Grad pro Seite) bei einem Sekundärfasenwinkel von 30 Grad (15 Grad pro Seite) erzeugt. Häufig können selbst recht komplexe und duktile Grate durch das Anlegen eines solchen Mikrofasens entfernt werden. Dieser wird mit harten Natursteinen erzeugt, vor allem Arkansas Black, Arkansas Translucent oder technischem Jaspis. Neben dem Entgraten führt das Anlegen eines Mikrofasens auch zu einer Härtung der Schneide bei Stählen mit großen Karbiden (X12MF, D2 usw.), die recht trocken und anfällig für Lochfraß sind.

4. Stufenweises Schärfen mit einer Winkelzunahme von 1–2 Grad, bei dem der Winkel nach jedem Schleifstein beim Übergang zum nächstfeineren Stein erhöht wird. Zum Beispiel kann es bei synthetischen Aluminiumoxid-Borid-Steinen so aussehen: Nach dem F120-Stein wird beim Übergang zum F220-Stein der Winkel um 1 Grad erhöht, dann beim Übergang zum F320-Stein erneut um 1 Grad, und so weiter bei jedem weiteren Stein. Anschließend kann eine zusätzliche Endbearbeitung mit Natursteinen erfolgen, wiederum mit einer Winkelzunahme von einem Grad. Das stufenweise Schärfen ist eine verlässliche Methode, um selbst den hartnäckigsten, folienartigen Graten zu entfernen. Allerdings wirkt sich dies optisch auf die Qualität der Sekundärfase aus, die dadurch an ästhetischem Reiz verliert.

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Die Fähigkeit des Schleifers, einen hartnäckigen Graten zu entfernen, ist eine der wichtigsten Eigenschaften und kennzeichnet seine Fertigkeit. Wie alle anderen Fähigkeiten für ein hochwertiges Schärfen wird auch diese durch individuelle Erfahrung und durchdachte, regelmäßige Übung gebildet.

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