
Klappbare Rettungsmesser tauchten vor mehreren Jahrzehnten auf, vor allem mit der Entwicklung des sogenannten „Überlebens“-Themas in der Messerbranche. Obwohl sie von den Herstellern als Werkzeug für Fachleute positioniert wurden, sollten die Hauptkäufer gewöhnliche Menschen sein, die sich um ihre eigene Sicherheit sorgen. Bewaffnet mit einer Axt braucht ein Feuerwehrmann in Berufsbekleidung oder ein Sanitäter mit spezieller Ausrüstung in echten Situationen kein kleines Klappmesser, das oft aus recht teuren Materialien gefertigt ist. Solche Messer werden von gewöhnlichen Menschen als „letztes Mittel“ bei Autounfällen, Bränden oder anderen Extremsituationen benötigt. Messerhersteller haben den Bedarf der Verbraucher an solchen Messern erkannt und den Markt mit einer Vielzahl von Modellen überschwemmt.

Ein modernes Rettungsmesser ist meist ein Mehrzweckmesser mit einem Griff in leuchtender, auffälliger Farbe (rot, gelb oder orange), unbedingt mit einhändiger Öffnung und einem ausreichend starken Verschluss. Ein solches Werkzeug hat meist eine Wellenschliffklinge, oft mit abgerundeter Spitze, um zu verhindern, dass der Gerettete beim Herausziehen aus Autos, brennenden Gebäuden usw. verletzt wird. Die Wellenschliffklinge gilt als wirksamer als eine gerade Klinge, da sie es erlaubt, faserige, weiche oder fadenreiche Materialien mit einer einzigen Bewegung zu durchtrennen. Viele Rettungsmesser haben keine vollständig gezahnte Klinge, sondern eine sogenannte „halbgezahnte“ mit einem großen Anteil einer geraden Schneide. Oft gibt es neben der Hauptklinge ein spezielles Gurtschneider, um verschiedene Seile und Autogurte zu durchtrennen. Dieses Werkzeug ist mit etwas Geschick und Übung den Standardklingen, auch den gezahnten, überlegen. Es stammt ursprünglich aus militärischen Fallschirmsets und hat sich in echten Extremsituationen bewährt. Außerdem haben Rettungsmesser oft verschiedene Schraubendreher und manchmal Drahtschneider oder Spitzzangen im Set, was das Messer zu einem vollwertigen Mehrzweckwerkzeug macht. Es sei jedoch angemerkt, dass Hersteller selten große Mehrzweckwerkzeuge im Format von Rettungsmessern herstellen, da solche Produkte immer ein beträchtliches Gewicht haben, was das tägliche Tragen einschränkt. Ein unverzichtbares Merkmal eines klappbaren Rettungsmessers ist ein Glasbrecher: eine spezielle Erhebung auf der Rückseite des Griffs, gefertigt aus gehärtetem Stahl oder speziellen Einsätzen aus widerstandsfähigen Materialien, vor allem Wolframkarbid.

Die Klinge eines Rettungsmessers sollte so stark wie möglich sein, um auch kurzzeitigen, aber hohen Belastungen standzuhalten. Die Dicke des Rückens liegt meist zwischen 3 und 5 mm, die Klingenlänge beträgt 8 cm oder mehr. Gleichzeitig überschreitet sie selten 10 cm, da ein solches Messer sonst zu schwer wäre und sich nicht für den täglichen Gebrauch eignet. Der Verschluss solcher Messer sollte sehr zuverlässig sein, aber gleichzeitig intuitiv leicht zu öffnen, sowohl mit nasser als auch mit behandschuhter Hand. Dies sind Merkmale von Rückenverriegelung, Dreifachverriegelung oder Rahmenverriegelung. Gleichzeitig fertigen viele Hersteller, auch bekannte, solche Messer mit eher empfindlichen Verschlüssen vom Typ Liner-Lock, dessen Feder sich bei starker Beanspruchung verbiegen kann. Ein Messer mit automatischem Klingenöffner kann in Notfällen sehr hilfreich sein. Es erfordert keine Kraftanwendung, was für Verletzte wichtig ist, und kann buchstäblich ohne Hinsehen benutzt werden. Solche Messer sind jedoch nicht vielseitig, haben nur eine Klinge und daher begrenzte Einsatzmöglichkeiten.

Ist harter, moderner Stahl wie pulvermetallurgischer Schnellarbeitsstahl, der seine Schärfe sehr lange behält, bei dieser Art von Messern notwendig? Die besten modernen „Pulverstähle“, die die höchste Schärfehaltbarkeit zeigen: CPM Rex 121, CTS-Maxamet, ZDP189, S390, gehören nicht zur Kategorie der rostfreien Stähle. Diese Stähle rosten aktiv, besonders bei Kontakt mit Blut, Wasser und anderen aggressiven Stoffen, die in Notfallsituationen vorkommen. Deshalb werden bei Rettungsmessern oft rostfreie Stähle verwendet, die zwar recht einfach sind, aber hohe Zähigkeit besitzen und nicht zu Lochfraß neigen.

Griffe von Rettungsmessern bestehen meist aus Einlagen aus Kunststoffen: Polymeren wie Zytel, Thermoplasten FRN und GRN sowie dem Verbundstoff G-10. Gerade G-10 ist bei weitem am besten geeignet, da es hohe Belastungen aushält, gute Beständigkeit gegen aggressive Umgebungen besitzt, bei richtiger Bearbeitung guten Halt bietet und fest in der Hand liegt. Kohlenstofffaser hat ähnliche Eigenschaften, ist aber deutlich teurer, spröder und verliert bei intensiver Nutzung schnell sein Aussehen. Die Form des Griffs eines Rettungsmessers sollte so bequem wie möglich sein und eine Handschutz oder eine Fingeraussparung besitzen, um auch bei nasser Hand einen sicheren Griff zu gewährleisten.

Ein klappbares Rettungsmesser ist kein notwendiger Gegenstand unseres Alltags, aber sein Besitz erhöht dennoch die Überlebenschancen in Extremsituationen.