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Philippine Bolo Knife

Philippinisches Bolo-Messer

Bolo (Tagalog: iták, Ilocano: bunéng, Pangasinan: baráng, Cebuano: súndang, Hiligaynon: binangon) – ein philippinisches traditionelles Messer, das sowohl als Waffe als auch als Haushaltswerkzeug verwendet wird. Es ist auch in anderen südostasiatischen Ländern verbreitet: Indonesien, Malaysia und Brunei. Heutzutage wird es aktiv in der Landwirtschaft eingesetzt, zum Schneiden von Zuckerrohr, Öffnen von Kokosnüssen, Mähen von Gras und Gestrüpp sowie für andere Haushaltszwecke. Es wird auch in den traditionellen Kampfkünsten der Philippinen (Arnis) und der benachbarten Gebiete verwendet. Das Aussehen des Bolo hängt von den Traditionen der Volksgruppen ab, in deren Gebiet es hergestellt wird, und weist eine große Anzahl von Variationen bei Klingen und Griffen auf.

Die Geschichte hat den genauen Zeitpunkt der Entstehung des Bolo-Messers nicht überliefert. Es ist jedoch bekannt, dass es bereits vor der Kolonisierung der Philippinen durch die Spanier im 16. Jahrhundert als landwirtschaftliches Werkzeug verwendet wurde. Später kam es in zahlreichen lokalen militärischen Konflikten zum Einsatz. So wurde es beispielsweise von Mitgliedern der radikalen Organisation Katipunan während der Philippinischen Revolution 1896 verwendet. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Bolo-Messer vom Ersten Philippinischen Infanterieregiment der US-Armee genutzt.

Das traditionelle Bolo hat eine Gesamtlänge von etwa 400 bis 500 mm. Die Klingenlänge beträgt dabei meist 250 bis 350 mm. Die Klinge ist vom Spitze bis zur Mitte breit und verjüngt sich dann zum Griff hin, wodurch eine „blattförmige“ Geometrie entsteht. Die markante Krümmung der Klinge wurde zum Kennzeichen dieses Messers und erlaubt es, es auf den ersten Blick von einem geraden lateinischen Macheten zu unterscheiden. Der Schwerpunkt des Bolo liegt nach vorn, was das Ausführen eines senkrechten Schlages von oben nach unten erleichtert. Früher wurde das Bolo als Waffe verwendet, was sich auch in der aggressiven Form der Spitze zeigt, die zum Stechen geeignet ist. Manchmal war am Griff ein Metallbügel angebracht, doch die meisten Ausführungen hatten keinen. Traditionelle Bolo-Klingen wurden aus dem billigsten und am leichtesten zugänglichen Kohlenstoffstahl gefertigt, der schnell rostete und auch seine Schärfe verlor. Der Griff bestand aus improvisierten Materialien: Hartholz und Tierhörner, entweder als Auflagen oder durch Aufsteckmontage. Er hatte meist eine gebogene Form mit spitz zulaufendem Ende. Die traditionellen Scheiden wurden aus Hartholz gefertigt und mit Metallringen befestigt. Sie konnten auch aus grobem Leder, meist Rindsleder, bestehen, das speziell behandelt wurde, um möglichst hart und widerstandsfähig zu sein. Die „klassischen“ Bolo-Scheiden verwendeten als Aufhängung gewöhnliches Seil; spezielle europäische Aufhängeschlaufen kamen nicht zum Einsatz.

Die Verbreitung der Bolo-Messer in den südwestpazifischen Inselgruppen ist so weitreichend, dass der Name des Messers selbst weit gefasst wurde und verschiedene Waffen und traditionelle landwirtschaftliche Werkzeuge einschließt. Gemeinsam ist ihnen eine Klingenform, die der des „klassischen“ Bolo nahekommt. Dazu gehören: Barong und Kampilan, Schwerter mit blattförmigen Klingen; Itak und Pinuti, schmalere Schwerter, die nur als Waffen verwendet werden; Pira, ein Messer mit breiter Spitze, das im Sulu-Archipel, Mindanao und den Visayas verbreitet ist, und andere.

Heutzutage hat das ursprüngliche Aussehen des traditionellen Bolo die großen Hersteller von „Buschhandwerks-“ und Überlebensmessern auf sich aufmerksam gemacht. Es erhielt neues Leben in Form verschiedener Hybride mit langen Klingen. Insbesondere werden verschiedene „Bolo-Macheten“ hergestellt, die vor allem für Reisende gedacht sind, die sich in schwierigen Dschungel-, Tropen- und Mangrovenwaldgebieten bewegen. Sie bestehen meist aus Kohlenstoffstahl mit guter Schlagfestigkeit (1055 und 1080 Stahl) und einer obligatorischen Klingenbeschichtung zum Schutz vor Rost. Die Griffe moderner Bolos können aus Holz oder den neuesten Materialien, vor allem verschiedenen Thermoplasten, gefertigt sein. Die Scheiden bestehen meist aus hartem und widerstandsfähigem Kunststoff, der Stößen gut standhält, oder aus Nylon (Cordura) mit Aufhängungen zum Befestigen am Gürtel. Ob die Geometrie des Bolo einen deutlichen Vorteil gegenüber dem traditionellen Macheten bietet, ist nicht sicher bekannt. Tatsächlich beruht das Interesse an diesem Messer weniger auf seinen Arbeitseigenschaften als auf seinem ursprünglichen Aussehen und exotischen Ursprung.

Das Schärfen von Bolo-Messern, sowohl traditionellen als auch modernen, erfordert größere Schärfsysteme. Dazu gehört der K03-Schärfer, mit dessen Rahmenlänge Klingen bis zu 60 cm geschärft werden können. Die Verwendung des eingebauten elektronischen Winkelmessers Axicube-I ermöglicht es, die Änderung des Schärfwinkels entlang der gesamten Schneide zu verfolgen. Unser Winkelmesser hilft dabei, eine lange Klinge richtig in den Klemmen zu fixieren und den gleichen Winkel beizubehalten. Kohlenstoffstahl, aus dem Bolo-Klingen gefertigt sind, hat eine Härte von 54-56 HRC und lässt sich gut mit synthetischen Schleifsteinen aus Aluminiumoxid und Siliziumkarbid schärfen. Wir empfehlen die Verwendung von Ölsteinen wie der Boride PC-Serie, da die Arbeit mit Wasser-Schleifmitteln Korrosion am Sekundärfase der Klinge verursachen kann.

Das traditionelle Bolo-Messer hat über mehrere Jahrhunderte einen langen Weg zurückgelegt und seine Nachfrage behalten. Es ist nicht nur ein interessantes Objekt für Liebhaber des Exotischen, sondern auch ein Arbeitswerkzeug für verschiedene Aufgaben in schwierigem Gelände.

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